Die Festung als Jagdschloss

Unter Johann Georg I. (1585-1611-56) war der Königstein nicht nur eine militärische Verteidigungsanlage, sondern auch ein Ort höfischer Repräsentation. Aufgrund der reizvollen Lage dachte er an die Ausrichtung größerer höfischer Festlichkeiten die hier bequem mit der Jagd verbunden werden konnten.

Da sie alte Kaiserburg zur Verteidigung nicht mehr notwendig war, ließ der Kurfürst das spätgotische Gebäude zu einem repräsentativeren Renaissancebau umgestalten. Ähnlichkeiten der neuen Arkadenwand mit den Arkaden im kleinen Hof des Dresdner Schlosses sind unverkennbar. Hier waren die gleichen Baumeister Paul Buchner d. J. und Simon Hoffmann am Werk.

Georgenburg – Stich von Martin Engelbrecht (1684-1756)

Am 27. Juli 1619 wurde das Gebäude in Gegenwart des Kurfürsten und des Hofes sowie der Baumeister und einiger Festungsoffiziere als „Johann-Georgenburg“ feierlich eingeweiht. Zunächst diente es als Jagdschloss und war mit zahlreichen Trophäen, darunter 141 Hirschgeweihen, ausgestattet. Die Wände zierten Inschriften, die sich auf stattgefundene Jagden bezogen.

Der sächsische Hof veranstaltete in der wald- und wildreichen Umgebung des Königsteins Hirsch- und Wasserjagden, Hetz- und Lustjagden. Zu diesen mit Festlichkeiten verbundenen Anlässen residierte der Kurfürst mit seinen Gästen in der Johann-Georgenburg.

Damit ging die Festung Königstein im 17. Jh. in die Reihe der kursächsischen Jagdschlösser ein, auch wenn weiterhin der Festungscharakter im Vordergrund stand.

Georgenburg

Georgenburg -heute Bürogebäude, früher Jagdschloss

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