Festungstester-Fazit

Zehn oder elf mal haben wir, Mike und Jörg, in diesem Jahr die Festung besucht und getestet. Hier unser Fazit für euch. Zuvor berichteten wir bereits im Bericht vom Juni und im Halbjahresrückblick.

Die Festungsmitarbeiter

Als Festungstester sind wir auch mit einigen Mitarbeitern ins Gespräch gekommen und haben uns über deren Erlebnisse und Arbeit auf der Festung ausgetauscht. Besonders positiv möchten wir die Freundlichkeit aller Mitarbeiter und deren Einsatz auf der Festung erwähnen, immer mit dem Ziel, die Zufriedenheit der Besucher sicher zu stellen. In unseren Gesprächen konnten wir stets erkennen, dass Freude an der ausgeübten Tätigkeit besteht.

Die Bergfestung im Nebel

Steinernes Schiff im Nebelmeer

Ein paar Worte zum Parken

Reist man als Besucher mit dem Auto an, bleibt einem nicht viel übrig, als das Parkhaus am Fuße der Festung Königstein zu nutzen. Das Parkhaus ist nicht im Besitz der Festung Königstein und wird auch nicht von dieser betrieben. Besonders fallen die Parkgebühren auf, die vom Parkhausbetreiber der KWE Königstein GmbH (Kommunale Wohnungswirtschaft- und Entwicklungsgesellschaft Königstein GmbH) für die Nutzung des Parkhauses verlangt werden. Bis 3,5 Stunden zahlt man 4,50 € Parkgebühren, jede weitere halbe Stunde 0,50 € und die Tageskarte gibt es für 6,00 € (laut aktuellen Gebühren). Diese Preise empfinden wir als deutlich zu hoch und keinesfalls angemessen.

In Gesprächen mit anderen Festungsbesuchern zeigte sich auch, dass dies als sehr negativ wahrgenommen wird. Die fällige Mindestparkgebühr zahlt man nicht einmal als Tagespreis auf Parkplätzen der Landeshauptstadt Dresdens in bester Innenstadtlage. Wer zudem nicht vom Parkplatz bis zur Festung laufen möchte, zahlt nochmals für die Bimmelbahn, die den Besucher auf die Festung bringt. Dazu kommt natürlich noch der normale Eintritt zur Festung. Wir bitten dringend darum, hier eine bessere Lösung für Besucher zu finden und mit dem Parkhausbetreiber in Verhandlungen zu treten.

Eine Anregung wäre vielleicht auch noch, Jahreskarteninhabern gesonderte Konditionen anzubieten. Alternativ bleibt demjenigen, der gut zu Fuß ist, nur einen Parkplatz in Königstein aufzusuchen und den Weg zur Festung zu erwandern.

Im Übrigen ist das Problem mit hohen Parkgebühren nicht nur an der Festung Königstein vorhanden. In den letzten Monaten wurden vermehrt kleinere Waldparkplätze (beispielsweise am Gohrisch und Papststein) aufwendig in großflächige Parkplätze umgebaut und mit Parkautomaten zugepflastert. Diese Entwicklung ist höchst bedenklich und unangenehm. Wenn man als Tourist mehrere Orte an einem Tag besucht, zahlt man so schnell weit über 10 € nur fürs Parken. Hier sollte sich nicht zuletzt die Nationalparkverwaltung Gedanken machen! In anderen Nationalparks Deutschlands gibt es auch Tages – Parkkarten zu moderaten Preisen, mit diesen kann man dann beispielsweise alle Parkplätze innerhalb des Nationalparks nutzen. Solch eine Lösung würden wir auch für den Nationalpark Sächsische Schweiz Elbsandsteingebirge sehr begrüßen!

Festung abseits vom normalen Besuchsverkehr erleben

Wer die Festung Königstein und die alten Gemäuer intensiver erleben möchte, dem empfehlen wir sehr gerne, die Festung außerhalb der normalen Öffnungszeiten kennen zu lernen. Die Mitarbeiter der Festung bieten dafür verschiedene Aktionen. Die für Fotografen oder das Morgenpicknick haben wir bereits angesprochen. Eine andere Möglichkeit ist auch, die Festung während einer der vielen angebotenen Sonderführungen zu erleben. Besonders interessant fanden wir hier die Möglichkeit, die Festung mit Schließkapitän Clemens zur Nacht mit Laternen zu erkunden. Eine Gruppenführung, die sich sicherlich auch als besonderes Geschenk oder außergewöhnliche Betriebsfeier gut eignet.

Mondschein, Laternen und Gruselgeschichten

Nachtwanderung mit Schließkapitän Clemens über das Festungsplateau

Wer die Festung und die Sächsische Schweiz dann so sehr ins Herz geschlossen hat und den wohl schönsten Tag im Leben hoch über dem Elbtal begehen möchte, kann sich in der bekannten Friedrichsburg trauen lassen.

Des Weiteren hat man die Möglichkeit, auf dem Festungsplateau eine von zwei Ferienwohnungen zu mieten und seinen Urlaub zu verbringen.

Positiv empfinden wir die Möglichkeit, die Festung als Rollstuhlfahrer zu besuchen. Viele Bereiche sind weitestgehend barrierefrei erreichbar. So wird es auch Menschen mit Behinderung ermöglicht, das wundervolle Elbsandsteingebirge und die faszinierenden Aussichten über das Elbtal zu bewundern.

Besondere Erlebnisse

An einem Herbstabend im Oktober hatten wir eine sonderbare Begegnung. Zu später Stunde und in völliger Dunkelheit an der Festungsmauer stehend kam uns einige Zeit nach Aufgang des Vollmondes über dem Elbtal Schließkapitän Clemens mit Besuchern und Laternen entgegen. Man erzählte schaurige Geschichten. Wir fragten uns, ob in den historischen Gemäuern wohl auch Geister und Gespenster Unterschlupf gefunden haben. Nachdem die Besuchergruppe die Friedrichsburg verließ, wurde es unheimlich still. Vom Ort Königstein hallten Trompetenklänge empor, als sich plötzlich vor der Friedrichsburg etwas sonderbares ereignete. So recht konnten wir es erst nicht erkennen, irgendetwas huschte immer hin und her. Wir verhielten uns weiter ruhig und beobachteten die Situation leicht versteckt hinter den großen Bäumen. Und dann … also doch! Fasziniert starrten wir zur Friedrichsburg, wo sich uns immer wieder ein kleines Gespenst zeigte. Der Vollmond funkelte am Himmel und bald wurde es auch für uns Zeit, die geheimnisvollen Festungsmauern zu verlassen.

Stimmungsvoll beleuchtete Friedrichsburg

Festungsgeist an der Friedrichsburg

Unser momentanes Fazit

Nach bisher mehr als 10 diesjährigen Festungsbesuchen ist uns immer noch nicht langweilig. Wir haben viel entdecken und erleben dürfen, darunter auch einige Dinge, die dem normalen Besucher für immer verborgen bleiben.

Friedrichsburg im Winter

Blick hoch zur Festung

Im Laufe des Jahres ist es besonders schön, die Festung zu den unterschiedlichen Jahreszeiten zu erleben. Tief verschneit, mit zartem Frühlingsgrün, im Sommer mit wundervoll gepflegten Blumenbeeten und Rabatten oder im farbenfrohen Herbst mit sanftem Nebelmeer über dem Elbtal – ein Besuch der Festung Königstein ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Es ist zudem immer wieder faszinierend, von wie vielen anderen Orten und Gipfeln des Elbsandsteingebirges man die imposante Bergfestung sehen kann. Wir haben diesen faszinierenden Ort jetzt noch mehr in unser Herz geschlossen und sind uns sicher, auch in Zukunft oft hier zu sein. Für Wanderer oder Einheimische, die sich öfters im Nationalpark aufhalten, empfehlen wir den günstigen Kauf einer Jahreskarte. Dann kann man auch kurzfristig nach einer Wanderung noch einmal die Ausblicke auf Elbe, Lilienstein und die Weite des Elbsandsteingebirges von der Festung genießen.

Blumenrabatten und Altes Zeughaus

Mit Liebe gepflegte Blumenrabatten

Die Veranstaltungen, die über das ganze Jahr stattfinden, sind sehr sehenswert und interessant. Wir hoffen, dass auch zukünftig die Ideen dazu nicht ausgehen werden und wir mit unseren Testberichten und Hinweisen einen kleinen Beitrag zur weiteren Verbesserung leisten konnten.

Ein herzliches Dankeschön allen Mitarbeitern und der Geschäftsführerin Frau Dr. Taube für die Möglichkeit, Festungstester sein zu dürfen.

Weitere Panoramabilder und Fotografien von unseren Fototouren durch  das Elbsandsteingebirge und die Umgebung findet Ihr auf der privaten Homepage von Jörg Fischer: www.sachsenfotos.de

Eure Festungstester Mike und Jörg

Alle Bilder: © Jörg Fischer www.sachsenfotos.de

Bericht anderer Festungstester, Bericht vom Juni, Halbjahresrückblick

2 Kommentare Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ines Altendorf
17. Januar 2014 15:21

Hallo,
Habe den Bericht mit wachsendem Interesse gelesen und freue mich jetzt noch mehr auf meinen Urlaub auf der Festung! Weiter so!

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Silke Körner
18. Januar 2014 08:40

Schön geschrieben! Nur das Gespenst scheint nicht echt gewesen zu sein. Denn ECHTE GESPENSTER kann man wohl fotografieren, sieht sie dann aber nicht auf dem Bild.

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