Neue Balken für alte Burg

Seit 2012 läuft auf der Festung Königstein unter Federführung des Sächsischen Finanzministeriums und des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement die große Baumaßnahme „Sanierung Westbebauung der Festung Königstein“. Das Gebäudeensemble gehört zu den geschichtlich bedeutendsten Festungsbauten. Es besteht aus mehreren Bauwerken, die in unterschiedlichen Epochen ab dem 15. Jahrhundert errichtet wurden: Kommandantenhaus, Torhaus, Streichwehr, Neues Zeughaus und Georgenburg.

Westbebauung der Festung Königstein in der Abendsonne - v.l.n.r. Georgenburg, Streichwehr, Torhaus, Kommandantenhaus

Westbebauung der Festung Königstein in der Abendsonne – v.l.n.r. Georgenburg, Streichwehr, Torhaus, Kommandantenhaus

Die große Baumaßnahme ist in zwei Bauabschnitte gegliedert. Im ersten Bauabschnitt wurden von 2012 bis 2014 das Kommandantenhaus, das Torhaus, die Streichwehr – in dem seit Mai 2015 die Dauerausstellung IN LAPIDE REGIS zu sehen ist – sowie das Neue Zeughaus saniert.

Sanierung der Georgenburg

Der zweite Bauabschnitt, der im Oktober 2016 begann, umfasst die Sanierung der Georgenburg sowie die Neugestaltung des Hofes. Dabei werden die Räume der Georgenburg für die Nutzung durch die Verwaltung mit Büros, Besprechungsräumen, Archiv und Bibliothek instandgesetzt.

Die Georgenburg ist der älteste Teil der Westbebauung der Festung Königstein. Restauratoren, Bauhistoriker und Archäologen begleiteten die Baumaßnahmen mit intensiven Untersuchungen. Über den sensationellen Fund bemalter Holzdecken aus dem 17. Jahrhundert wurde bereits im Festungstagebuch-Beitrag „Puzzlespiel für Restauratoren“ berichtet.

Neue Balken für alte Kassettendecke

Das Video vermittelt einen Eindruck vom Zustand der Kassettendecke bei ihrer Entdeckung im Februar 2017 und vom Einbau der neuer Balken und der restaurierten Deckenteile im ersten Obergeschoss.

Ausstellungsräume & virtueller Rundgang für Besucher

Bei der Sanierung wurden nachträglich in die Räume eingezogene Zwischenwände entfernt, ehemalige Durchgänge wieder geöffnet, jüngere Fußböden abgetragen und alte Steinplatten freigelegt. „Auf diese Weise werden Schritt für Schritt ursprüngliche Raumeindrücke wieder hergestellt und für die künftigen Besucher erlebbar gemacht“, so Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH. „Im Erdgeschoss wird unter anderem die ehemalige Hofstube in ihren ursprünglichen Dimensionen wieder erstehen und eine museale Nutzung erfahren. Die neuen Erkenntnisse zur Baugeschichte ermöglichen die Gestaltung eines virtuellen Rundgangs durch die Georgenburg in verschiedenen Jahrhunderten.“
Die bestehenden Ausstellungsräume werden saniert und neue Ausstellungsräume für Wechselausstellungen geschaffen. In einem Raum soll beispielsweise eine noch funktionsfähige historische Wäschemangel aus der Zeit um 1900  ihren Platz finden.

Die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für Mitte 2018 geplant. Die Baukosten betragen ca. 12,9 Mio. Euro. Hiervon entfallen auf den ersten Bauabschnitt ca. 10 Mio. Euro und auf den zweiten Bauabschnitt ca. 2,9 Mio. Euro. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Quelle: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/212771

 

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