Zeitzeugen zum Jugendwerkhof Königstein gesucht!

Helfen Sie uns die Lücken im Festungsarchiv zu füllen!

„Ich erinnere mich an das Jahr 1950 – ich war damals 13 1/2 Jahre alt. Da hatte in Kurort Gohrisch die Jugend aus einem Teil des Greifenhagener Steinbruches eine kleine, einfache Felsenbühne geschaffen. Bei der Einweihung war der Jugendwerkhof  Königstein mit einem Programm dabei. Man hat also auf der Festung mit den Jugendlichen auch Kultur betrieben.“ Achim Herold

Nachdem wir 1950 eine kleine Hochzeitsreise nach Königstein machten und dort nette Leute kennenlernten, versuchten wir über diese eine Arbeit und Wohnung zu bekommen. Wir hatten großes Glück, der Jugendwerkhof suchte gerade einen Wirtschaftsleiter und wir konnten im November 1951 dort einziehen. … Wir hatten 3 Zimmer in der Georgenburg, es war oft sehr gruselig und ich hatte manchmal große Angst in diesen alten Gemäuern.“ A. Bryja

Zeitzeuge des Jugendwerkhofes in der Dauerausstellung

Lothar Klare und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Festung Königstein in der Dauerausstellung

Festung Königstein – meine Tätigkeit im Landesaufnahmeheim als junger Mensch ist noch heute in besonderer Erinnerung. Einige Zeit wohnte ich im Zeughaus und später in der alten Kaserne, wo ich während meiner Freizeit die Festung erkundete, so… sah ich, wie teilweise brutal mit dem Kulturgut der Festung umgegangen wurde. So denke ich an den wilden Abriss der kleinen katholischen Kapelle bei der Königsnase, an das Herausreißen der alten wertvollen Fußbodendielen in einigen Kasematten und anderswo … auch die Plünderung des alten Festungsfriedhofes u.a. gehörte dazu.“ L. Klare

 

Jugendliche beim Abtragen der katholischen Kapelle | Foto: Archiv Festung Königstein gGmbH

 „Die Tagesarbeit war hart, der Feierabend ausgefüllt mit ungeliebten Tätigkeiten, als da waren: Stuben säubern, Appelle und Kontrollen, Putz- und Flickstunde, Schlichten von Streitigkeiten, Hilfe beim Anfüllen von Depression – vor allem dann, wenn mancher, dessen Familienverhältnisse ohnehin schon sehr kompliziert, wenn nicht aussichtslos kaputt waren, monatelang keine Post bekam – „Festungskoller“, wie wir einen besonderen Zustand nannten, der ab und zu einsetzte, weil man nie allein war. Immer lebte man in der Gruppe, alles wurde kommandiert, im Befehlston oder als Befehl direkt verlangt.“ Ein ehemaliger Insasse des Jugendwerkhofes Königstein

Haben auch Sie bleibende Erinnerungen an die Festung Königstein?
–  Wenn Sie die Festung in der Zeit vor 1955 kennengelernt haben, sind Sie herzlich eingeladen zu einem Rundgang der besonderen Art.

Am 12.04.2017 wollen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen. Bei einem Rundgang über das Gelände möchten wir Ihren Erinnerungen lauschen:

Wie war das für Sie, als der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Festung Königstein, die nun als Kriegsgefangenenlager diente, nicht mehr betreten werden durfte? Wie haben Sie den Einmarsch der Roten Armee und die Teilung Deutschlands erlebt? – Wieder war die Festung für den Besucherverkehr geschlossen, da die Regierung hier ein zentrales Aufnahme- und Beobachtungsheim und einen Jugendwerkhof errichtete.

Hintergrund: 2019 plant die Festung Königstein gGmbH eine Ausstellung zum Thema „Der Jugendwerkhof Königstein 1949-55“.
Um unseren Besuchern eine Vorstellung von dieser Zeit zu geben, sind wir auf der Suche nach Zeitzeugen, Objekten, privatem Fotomaterial sowie sonstigen Erinnerungen aus dieser Zeit.

Bringen Sie mit Ihren Erinnerungen Licht in eine für uns wenig bekannte Zeit. Wir freuen uns auf Ihre Berichte!

Termin Festungsrundgang: 12. April 2017,  14 Uhr                                                

Haben Sie an diesem Tag keine Zeit? Sagen Sie trotzdem Bescheid, wir werden versuchen, eine Möglichkeit für Sie zu finden.

Wir bieten:

  • kostenlosen Eintritt
  • geführter Rundgang
  • Kaffee und Kuchen
  • Auf Wunsch können Abholung und spätere Heimfahrt organisiert werden.

Zeitzeugen, die an dem Rundgang teilnehmen möchten, sind herzlich aufgefordert, sich bei der Festung Königstein gGmbH anzumelden:

Kontakt:

Frau Maria Pretzschner
Telefon:  035021/64516
E-Mail:   pretzschner@festung-koenigstein.de

Beitragsbild und Teaserbild: Archiv Festung Königstein gGmbH

 

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