Reise zum Modellbauer in London

Unser Museologe Andrej Pawluschkow hatte ein Modell eines Kutschenzuges für die neue Dauerausstellung zur Geschichte der Festung Königstein in London in Auftrag gegeben. In diesem Reisebericht erzählt er von seinem Besuch beim Modellbauer und gibt Hintergrundinfos zur Entwicklung der Ausstellung „IN LAPIDE REGIS – Auf dem Stein des Königs“.

Am Nachmittag kamen wir, Frau Hacker von unserem Partnerunternehmen Molitor und ich, Andrej Pawluschkow, auf dem Flughafen London Gatwig an. Nachdem wir uns durch den Dschungel der Londoner U-Bahnnetze gekämpft hatten, bezogen wir unser Hotel in der Kensington Street nahe des Zentrums. 

Blick aus Hotelzimmer auf Stadt

Der Blick aus meinem Hotelzimmer auf die Stadt.

Messebesuch

Am nächsten Tag stand der Besuch einer internationalen Museumsmesse in Kensigton Olympia West auf dem Programm. Sowohl die Firma Molitor als auch unser Modellbauer Herr Paul Wells hatten hier einen Stand. Herr Wells präsentierte eine bereits fertige Kutsche unseres Modells „Kutschenzug August des Starken zur Festung Königstein im Jahre 1726“. Außerdem machte er kräftig Werbung für die Festung und verteilte Flyer von unserem Museum.

Der Modellbauer steht an seinem Stand auf der Messe.

Mr. Wells in seinem Stand auf der Messe.

Museumstour

Für den Rest des Tages machte ich mich auf Museumstour. Der Kensington Palace war vom Hotel aus gut zu erreichen und bot den Besuchern interessante Interieurausstellungen. Das Schloss wird übrigens noch heute teilweise von Mitgliedern des englischen Königshauses bewohnt. Nachfolgend machte ich noch einen Abstecher ins Victoria & Albert Museum.Es war einmal toll eine so riesige Sammlung von Kunst und Kunsthandwerk besichtigen zu können ohne dafür Eintritt bezahlen zu müssen. Der Wachdienst am Eingang kontrolliert nur den Inhalt meiner Tasche und das war’s auch schon.

Der Kensington Palace in London

Vor dem Kensington Palace in London.

Museumsschrank im Kensington Palace.

Ein Museumsschrank aus dem Kensington Palace.

Kunstwerke im Victoria & Albert Museum

Nachbildung der Trajansäule.

Gang im Victoria & Albert Museum

Erker eines Londoner Bürgerhauses aus dem 16. Jh.

Großtierhalle im Londoner Naturkundemuseum

In der Großtierhalle im Londoner Naturkundemuseum.

Modell in der neuen Dauerausstellung

In der Dauerausstellung zur Geschichte der Festung Königstein wird unter anderem das Thema einer Reise August des Starken zur Festung Königstein aufgezeigt werden. Hier inszenierten die Kurfürsten im 17. und 18. Jahrhundert Hoffeste, wozu immer wieder jede Menge Inventar aus dem Dresdner Schloss nach Königstein geschafft wurde. Die Bauern der umliegenden Dörfer hatten Möbel, Geschirr, Proviant usw. mit ihren Pferdefuhrwerken zu transportieren. Sie machten das unentgeltlich, denn sie mussten damals noch Frondienste für ihren Landesherren leisten. Das geplante Modell wird in der Dauerausstellung auf einer Länge von ca. 7 m acht Kutschen und Bauernwagen mit Pferden sowie ca. 50 Miniaturfiguren zeigen.

Modell eines Bauernwagens mit Pferden

Ein fast fertiger Bauernwagen für das Modell.

Modelle der Kutschen.

Modelle der Reise- und Gepäckkutsche August des Starken

In der Werkstatt

Ich besuchte die Werkstatt des Modellbauers Paul Wells, der von der Festung Königstein  gGmbH den Auftrag zur Fertigung dieses Modells erhalten hatte. Seine Werkstatt befindet sich ein Stück weit außerhalb von London, in einem kleinen Dorf das wir zunächst mit dem Vorortzug erreichten. Ich staunte nicht schlecht als ich sah, in welch winziger Werkstatt er unsere Modelle baut und in welch hoher Qualität er das macht.

Englisches Landhaus mit Vorgarten.

Und hier das Häuschen unseres Modellbauers.

Mr. Wells' Werkstatt mit einigen Modellen.

Mr. Wells‘ Werkstatt.

Mr. Wells' preisgekröntes Meerschweinchen.

Ein Hobby von Mr. Wells‘: sein preisgekröntes Meerschweinchen.

2 Kommentare Hinterlassen Sie ein Kommentar

André Kaiser
15. Juli 2014 13:57

Ein Modell des Reisegepäckwagens von August dem Starken (um 1730), wie er im Original im Schloss Moritzburg steht, gibt es auch im Depot des Museums für Kommunikation in Berlin aus der Sammlung der Dresdner Postmeisterstube.

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Interessant! Wir geben die Info an unsere Museologen weiter, vielleicht wissen sie auch schon davon.

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