Zwölf Cölestinermönche lebten ganz allein…

Für unsere neue Sonderausstellung „Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘ sie vertrieb“ hat sich unsere Museumspädagogin Maria Pretzschner etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die kuriose Überlieferung, nach der ein Mönch nach dem anderen das Kloster verließ, inspirierte sie zur Dichtung eines eigenen „Cölestinerliedes“.

Auf die bekannte Melodie des Zählreims „Zehn kleine Negerlein“ dichtete sie elf Strophen, die auf humorvolle Weise über die Flucht der Mönche aus dem Königsteiner Kloster erzählen. Besucher der Sonderausstellung können das Lied von den abtrünnigen Mönchen an einer Medienstation anhören und dabei in den Gucklöchern des polnischen Künstlers Miłosz Flis Szenen aus der Klostergeschichte erspähen.

„Dresdner Spatzen“ singen unser „Cölestinerlied“

Der Kinderchor „Dresdner Spatzen“ hat das Lied unter der Leitung von Claudia Sebastian-Bertsch und Annelies Bertsch einstudiert.
Wir waren bei der Aufnahme im Tonstudio mit der Videokamera dabei:

 

Wir sind begeistert von den frischen, klaren  Stimmen der kleinen Sängerinnen und Sänger, vom Engagement der Chorleiterinnen und vom kreativen Arrangement der instrumentalen Begleitung durch den Tonmeister Andreas Goldmann!

Hier sind die Noten und der komplette Text zum Mitsingen:

Noten der Melodie "Zehn kleine Negerlein"

Auf die Melodie von „Zehn kleine Negerlein“ singen wir „Zwölf Cölestinermönche…“

Zwölf Coelestinermönche lebten ganz allein, auf einem Berg der Elbe nah, genannt der Königstein.

Ihr Kloster war erst neu gebaut und hatte nicht viel Geld, zum Seelenheil langt‘s allemal, wer denkt schon an die Welt.

Doch als der Stifter abgereist, geschah es insgeheim, ein Bruder nach dem anderen verließ den Königstein.

Zuerst lief Bruder Urban weg, das war ein junger Spund, er trieb sich in der Gegend rum und wurde Vagabund.

Als nächster ging der Prior fort, fürwahr ein kluger Mann, er hörte Luthers Lehre gern, schloss sich dem Doktor an.

Der neue Prior, auch nicht dumm, fragt „Was soll nun gescheh’n?“ Er nimmt sich Geld, haut damit ab und ward nie mehr geseh‘n.

Zwei Coelestinermönche gingen schnell ans Werk, sie zogen andre Kleider an und floh‘n nach Wittenberg.

Ein Coelestinerbruder liebt´ ein Mägdelein, er nutzte die Gelegenheit zu einem Stelldichein.

Drei weitre Brüder sagten sich „Was sollen wir noch hier?“ Sie rannten flugs in eine Kneip‘ und tranken reichlich Bier.

Zwei andre Brüder, glaubt es mir, ich sag es mit Verlaub, mit Bündel und mit Wanderstab, so ging‘s auf Heimurlaub.

Nun einer ganz alleine war und dacht‘ „Wie kann das geh‘n?“ Verließ den Stein, ging zum Oybin, dort war’n sie mehr als zehn.

 

Die Sonderausstellung „Mönche auf dem Königstein“ wird am 23. April 2016 in der Magdalenenburg eröffnet.

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